PrivacyWeek 2020

Studie zum Thema Cybergewalt
2020-10-29, 16:30–17:30, Workshop 2
Language: German

Neue Studie der Wiener Frauenhäuser: „Cybergewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen“


Unser Leben und unsere Kommunikation verlagern sich immer stärker ins Digitale – ein Alltag ohne Smartphone und Tablet ist für die meisten von uns nicht mehr vorstellbar. Das bringt Vorteile, hat aber auch Schattenseiten, speziell, wenn Männer Gewalt gegen ihre (Ex-) Partnerinnen ausüben.

Das Thema „Hass im Netz“ hat mittlerweile umfassende Medienpräsenz erlangt, wenig bis gar nicht beleuchtet war bisher jedoch das Thema Cybergewalt in Paarbeziehungen. Unter Cybergewalt sind dabei alle Formen von Gewalt, die sich technischer Hilfsmittel bedienen (Smartphone, Apps, Internet, E-Mails) und/oder Gewalt, die im digitalen Raum, auf Online-Portalen oder auf sozialen Plattformen passiert, zu verstehen. Meist ist Cybergewalt die Fortsetzung von oder Ergänzung zu „analoger“ physischer und psychischer Gewalt.

Um sich ein umfassendes Bild über die aktuellen Dynamiken im Zuge von Cybergewalt zu machen, initiierten Expertinnen der Wiener Frauenhäuser eine umfassende Studie, unterstützt wurden sie dabei von der Stadt Wien. Im Herbst 2019 wurden qualitativ ausgerichtete Interviews geführt sowie 140 Frauen, die in diesem Zeitraum vom Verein Wiener Frauenhäuser betreut wurden, mittels Fragebogen befragt. Die Studie „Cybergewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen“ zeigt auf, wie gewalttätige (Ehe-) Männer die via Smartphone und auf sozialen Medien erweiterten Möglichkeiten nutzen, um ihre (Ex-) Frauen zu überwachen, zu demütigen und zu bedrohen – häufig auch nach der vollzogenen Trennung.

Im Workshop werden die diesbezüglichen Mechanismen und Muster von Cybergewalt aufgezeigt, ebenso wie die weitreichenden Folgen, die diese auf das Leben und die Gesundheit der betroffenen Frauen und Kinder hat. Thema sind außerdem erfolgreiche Strategien gegen Cybergewalt sowie das umfassende Netz an Hilfsangeboten für Betroffene.